„Wow, wie schön sieht das bitte aus?“, habe ich mich gefragt, als ich zum ersten mal ein Polarlicht gesehen habe. Auf einem Foto. Schon immer wollte ich Polarlichter in echt sehen. Ein kleiner Trost ist, dass ich jetzt weiß, wie diese Polarlichter überhaupt entstehen. Zum Glück kann ich diese Frage heute nun, mir und euch, beantworten.


Ein zauberhaftes Lichtphänomen ruft die Sonne am nächtlichen Himmel über den Polen der Erde hervor: Das Polarlicht, manchmal auch Nordlicht genannt. Doch Auslöser ist nicht das Licht der Sonne, sondern der Sonnenwind: Er malt die grasgrünen, blutroten oder leuchtend violetten Lichter an unseren Himmel.

Jenseits der Polarkreise kann man fast täglich die „Aurora borealis“ sehen – übrigens auch am Südpol (wo sie Aurora australis heißt). Allerdings muss es Winter sein, denn der zarte Lichtzauber erscheint nur in dunklen Nächten. Und Winternächte an den Polen dauern: Wochenlang kommt die Sonne nicht über den Horizont. Nach ein paar Stunden Dämmerlicht beginnt wieder die Nacht und mit ihr das Schauspiel: Erst zieht ein blassgelber, geisterhafter Schimmer heran, dann ist der Himmel eine einziges, glühendes Feuer. Keine Aurora gleicht der anderen. Manche Nordlichter sind sehr ruhig, andere erstrahlen wie tausend Feuerwerke auf einmal.

Unsichtbarer Schutz

Der Sonnenwind, der hier wie ein Pinsel den Himmel berührt, entsteht durch heftige Eruptionen auf der Sonnenoberfläche. Diese Sonnenstürme schicken nicht nur Licht, sondern auch Materie zur Erde: Elektrisch geladene Elektronen und Protonen. Ohne das Magnetfeld der Erde wären wir einem ungemütlichen Bombardement dieser energiereichen Partikel ausgesetzt. Doch das Erdmagnetfeld lenkt die elektrisch geladene Teilchenstrahlung aus dem Weltraum zu den Polen hinab.

Das Erdmagnetfeld schützt die Erde vor den Teilchen des Sonnenwindes. Die geladenen Teilchen werden an den Magnetfeldlinien abgelenkt und erzeugen dabei Polarlichter | Bild: IMAGO / Ikon Images

Das Erdmagnetfeld

An den Polen ist das Erdmagnetfeld am schwächsten. Dort bringt der Sonnenwind die Luftmoleküle in einer Höhe von 65 bis 800 Kilometern zum Leuchten: Sauerstoff sendet grünes und rotes Licht, Stickstoff hingegen violettes Licht aus – die spektakulären Polarlichter. Meist kommen sie tatsächlich nur in der Nähe der Erdpole vor, wie ihr Name sagt. Doch zu Zeiten hoher Sonnenaktivität kann man sogar bei uns Polarlichter sehen.