kippebloggt bei Radio Bremen

Innerhalb der Projektwoche hatten alle Schüler ab der 8. Klasse in unserem Projekt die Möglichkeit, gemeinsam mit Herrn Balzer an einer Exkursion zu Radio Bremen teilzunehmen. Dies mag zunächst wenig spektakulär wirken, doch der Schein trügt.

Radio Bremen ist die kleinste und älteste Rundfunkanstalt der ARD. Sie sind im Jahr 2007 in ihr neues Funkhaus, welches direkt an der Schlachte liegt, umgezogen und hatten somit gegenüber der ehemalig getrennten Funkhäuser den Vorteil, dass alle Abteilungen unter einem Dach sind. Sie betreiben neben ihren vier Hörfunkprogrammen „Bremen Eins“, „-Zwei” & „-Vier” und der jüngsten Welle, „Bremen NEXT”, ebenfalls das Regionalfernsehen „radiobremenTV”, wo täglich die Nachrichtensendung „buten un binnen” live ausgestrahlt wird.

Die Führung durch die drei Gebäude begann zunächst mit einer allgemeinen Einordnung, also mit Informationen über die Geschichte der Landesrundfunkanstalt, dem Aufbau des Rundfunksystems, den Räumlichkeiten und selbstverständlich auch Informationen über die verschiedenen Fernseh- und Hörfunksender.

„Bremen Zwei” ist beispielsweise für das Kulturprogramm des Senders verantwortlich. Das bedeutet, dass die Nachrichten häufig auch Informationen über neue Theaterstücke, Konzerte oder ähnliches enthalten. Auch das Musikprogramm des Senders entspricht nicht den standart Charthits – Es werden neue Künstler, neue Lieder und neue Musikrichtungen ausgestrahlt. „Bremen Next” hingegen, ist die jüngste Welle Radio Bremens. Der Sender richtet sich vor allem an eine Zielgruppe von Jugendlichen bzw. Jungen Erwachsenen von 15 bis 25 Jahren. Das Nachrichtenprogramm reduziert sich dementsprechen auf die wichtigsten Inhalte, stattdessen werden Events wie das Hurricane Festival von Reportern live vor Ort mitverfolgt. Das Musikprogramm lehnt sich dabei an die Richtungen Black, Urban, Hip Hop und Elektro an.

Das erste Ziel der Führung war die Sportredaktion, wo sich Sportreporter auf einen von drei Bereichen spezialisieren: Onlinemedien, Hör- oder Fernsehfunk. Uns wurde erklärt, dass der Austausch von Informationen durch Kooperationen mit dem ARD erfolgt. Außerdem befinden sich durchschnittlich fünf von zehn Reporten nicht im Haus, da sie vor Ort recherchieren.

Nachdem wir einen Einblick in die Räumlichkeiten der Sportredaktion erhalten haben, sind wir zur Verwaltungsstelle der Archive gegangen. Dort werden aktuelle Sendungen archiviert und alte Platten, Zeitungsartikel und andere Medien digitalisiert. Radio Bremen ist außerdem für das Archivieren des Weser Kuriers und der Nordwest Zeitung zuständig.

In der Nachrichtenredaktion befinden sich vier Aufnahmestudios, da jede einzelne Welle ein eigenes Nachrichtenprogramm hat. Das Nachrichtenprogramm von „Bremen Zwei” unterscheidet sich beispielsweise inhaltlich als auch von der Dauer von den anderen Sendern. Über größere Ereignisse wie Beispielsweise Wahlen oder die Verkündung eines Präsidenten, also globale Themen werden Informationen durch Nachrichtenagenturen vermittelt, lokale Nachrichten sind im Gegensatz dazu von den Reportern selbst recherchiert.

Im Anschluss an die Nachrichtenredaktion haben wir uns die Redaktion und die Studios von  „Bremen Vier” angeschaut. Uns wurde erklärt, dass die Musik, welche bereits Wochen vorher anhand von Statistiken vorbereitet wurde, als Rahmengerüst dient und die Moderatoren die Übergänge schaffen müssen, indem sie beispielsweise unterschiedliche Jingles einspielt. Die Moderatoren haben also nur in Sonderfällen Einfluss auf die Reihenfolge der Beiträge. Sie können Beiträge löschen, falls beispielsweise eine Nachrichtenmeldung länger dauert als eigentlich vorgesehen, oder eine sogenannte „Rotmeldung” (z.B. wichtige Verkehrsmeldungen oder Breaking News) eingespielt werden muss, in diesem Fall kann ein anderer Beitrag unterbrochen werden. Überraschen oft passieren auch Fehler, allerdings bekommen das die Zuhörer im besten Fall nicht mit. Fällt in einem Studio ein Gerät aus, laufen mehrere Lieder nacheinander ab und das Team zieht derweil in ein anders Studio um. Eine Moderationsschicht dauert etwa 4 Stunden, allerdings ist es damit nicht getan: Ein voller Arbeitstag beinhaltet für die Moderatoren 8 Stunden, zwei zur Vorbereitung, vier für die Moderation und zwei weitere zur Nachbereitung bzw. zum Vorbereiten des nächsten Tages.

Unsere letzte Station war das Fernsehstudio, in dem jeden Abend buten un binnen gedreht wird. Das eigentliche Studio wird momentan renoviert und auf den neusten Stand der Technik gebracht, weswegen wir uns in dem Übergangsstudio befanden. In dem normalen Studio befinden sich 77 Scheinwerfer, in dem Übergangsstudio nur die nötigsten. Die Kameraausrüstung ist allerdings die selbe, es gibt drei Kameras im Wert von 250.000 Euro welche jeweils einen Teleprompter enthalten, welcher den zu sprechenden Text anzeigt. Da die Sendung live gesendet wird, muss ein strenger Zeitplan eingehalten werden, denn Moderation und Beitrag müssen sich immer abwechseln. Gibt es keine richtige Verabschiedung am Schluss der Sendung, dann ist etwas schief gelaufen, denn der Abspann läuft nach Ablauf der Dehzeit ab.

Der Ausflug zu Radio Bremen hat uns allen sehr gut gefallen, vor allem da die verschiedenen Bereiche der Medien und Arbeitsbereiche abgedeckt wurden. Wir danken Radio Bremen für diese Möglichkeit!

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