Balladen, das sind doch Liebeslieder, oder? Unter anderem, aber nicht nur! Balladen sind erst einmal Gedichte, so wie manche sie aus dem Deutschunterricht kennen. Genauer wollen wir uns vor allem die naturmagische Ballade anschauen. Sicher könnt ihr euch unter Natur und Magie bereits etwas vorstellen, aber was verbirgt sich hinter der Kombination?
Zuerst: Was passiert überhaupt in naturmagischen Balladen? Häufig wird die Grenze zwischen zwei Welten überschritten: die der Menschenwelt und die der Welt der Natur. In Goethes Ballade „Der Fischer“ angelt ein Fischer am Wasser und begegnet einer Meerjungfrau, die den Fischer im Meer verschwinden lässt, da sie die Fische beschützen möchte. Sie verkörpert die Natur, durch sie kann die Natur sprechen und wird sichtbar. Sie wird also häufig „personifiziert“, also vermenschlicht.
In einer Ballade von Annette von Droste-Hülshoff namens „Der Knabe im Moor“ läuft ein Junge, überraschenderweise, durch ein Moor und begegnet mehreren vermenschlichten Naturphänomenen, die ihm Angst machen. Die Natur wird in naturmagischen Balladen somit oft dämonisiert, also wie ein böses, handelndes Monster dargestellt, das die Grenzüberschreitung (der Fischer und das Wasser, der Knabe und das Moor) bestrafen möchte.
Die klassische Ballade wird oft als „Ur-Ei der Dichtung“ bezeichnet, weil sie Elemente von Epik, Drama und Lyrik in sich vereint (Das hören eure Deutschlehrkräfte immer gerne ;)). (Naturmagische) Balladen sind spannend erzählt und haben in der Regel einen Erzähler, der die Lesenden durch die Handlung führt, was Bestandteile der Epik sind.
Sprechende und handelnde Figuren sind wiederum ein Element des Dramas, das in der Regel keinen Erzähler hat. Außerdem zählen Balladen zu den Gedichten und haben in der Regel Strophen, Reime und einen Rhythmus, wodurch sie auch zur Lyrik passen.
Und genau damit hat sich die ehemalige 7a im letzten Schuljahr 2024/25 im Deutschunterricht beschäftigt – und anschließend auch selber Balladen geschrieben.
Damit alle darüber Bescheid wussten, wie eine (naturmagische) Ballade geschrieben wird, musste sich die Klasse die oben genannten Bestandteile gemeinsam im Unterricht erarbeiten. Zu Beginn befasste sie sich mit Themen von Balladen, dem Aufbau und verschiedenen Handlungsmustern innerhalb von Balladen. Dabei entdeckte sie, dass häufig eine Überschreitung der Grenzen zwischen der Menschenwelt und der Anderswelt, der naturmagischen Welt, geschieht, wie beispielsweise beim Knaben im Moor.
Außerdem behandelten sie eine der berühmtesten Balladen, „Der Erlkönig“, jedoch nicht in seiner klassischen Form, sondern als Lied. Dabei fiel ihnen die Personifikation, und vor allem die Dämonisierung der Natur auf, wie auch bei der Ballade der Fischer. Die Natur vollzieht einen Rache-Akt, in dem Fall von „Der Fischer“ die Meerjungfrau, die den Fischer angreift. Somit handelt die Natur aktiv in naturmagischen Balladen.
Und an genau diese Merkmale knüpfen auch die Arbeiten der Schüler:innen der ehemaligen 7a an. Nicht nur konnten die Schüler:innen selber Balladen schreiben, sondern konnten alternativ Podcasts aufnehmen oder Pressestimmen schreiben und da sie sich viel Mühe gegeben haben und herausragende Ergebnisse dabei rausgekommen sind, wollten wir in diesem Artikel einen Raum geben, um eine der selbstgeschriebenen Balladen zu teilen.
