Napoleon, mon amour – Musical 2021

Napoleon mon amour – Musical 2021

Nächstes Jahr ist wieder Musical-Jahr, und schon längst laufen alle Vorbereitungen dafür, dass an unserer Schule wieder ein Musical stattfinden wird! Wir haben der Regisseurin Nina Arena und Frau Schubert, die das Projekt gemeinsam mit Herrn Tietgen organisiert, ein paar Fragen zu dem neuen Stück, den Probenzeiten, den Aufführungen und auch zu Nina Arena selbst, damit Ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt, gestellt.

Seit wie vielen Jahren sind Sie Regisseurin und wie sind Sie dazu gekommen?

Nina Arena: Ich inszeniere seit 2004, habe ursprünglich als Schauspielerin angefangen, dann habe ich mich in die Regie eingearbeitet. Ich habe vor der Schauspielausbildung Theaterwissenschaften studiert, mit Regie, Dramaturgie und Stückentwicklung. So bin ich dann in meinen Zweitberuf reingeschlittert.

Wann haben Sie zum ersten Mal mit unserer Schule gearbeitet und wie kam es dazu?

Frau Schubert: Das ist jetzt das vierte Musical, das erste war vor ungefähr acht Jahren. Vorher haben Lehrer von dieser Schule die Regie gemacht, das ging aber irgendwann nicht mehr, da das sehr zeitaufwendig ist. Wir haben eine Ausschreibung in Bremen gemacht und dann wurde uns über eine Lehrerin, die eine Inszenierung von ihr gesehen hatte, Nina Arena empfohlen. Die Musicals, die wir bisher gemeinsam gemacht haben, sind „Annie Get Your Gun“ (2015), „Hello Dolly“ (2017) und „Titanic“ (2019).

Was ist an der Arbeit mit Schülern das Besondere, worin unterscheidet sich die Arbeit mit Schülern von der mit Erwachsenen?

Nina Arena: Das ist vor allem die Einstellung, Stichwort Disziplin. Bei Erwachsenen muss man manche Sachen nicht sagen, zum Beispiel, dass man pünktlich zu den Proben kommt, seinen Text gelernt hat und solche Sachen eben. Bei Schülern muss man das manchmal noch erklären, das macht das Ganze etwas anstrengender, aber auf der anderen Seite ist auch eine ganz große Motivation da, da alle das freiwillig machen und Lust dazuhaben, das neben ihren sonstigen Verpflichtungen zu machen. Ich finde auch toll, dass diese Schule das macht, da es auch ein sehr großer Aufwand ist. Die Lehrer müssen die Stunden einbringen und die Schule muss insgesamt stark mitarbeiten, z.B. die Schüler/innen für Generalproben freistellen und die Räumlichkeiten und Ausstattung zur Verfügung stellen. Ich möchte dieses Projekt sehr gerne weiterhin unterstützen.

Was ist das Besondere an diesem Musical?

Nina Arena: Dieses Jahr ist das Besondere, dass es eine Eigenproduktion ist, was bedeutet, dass wir das Stück selber entwerfen. Ich schreibe den Text, wodurch die Schüler sich bei der Gestaltung mehr einbringen können als bei einem fertigen Musical. Die Musik sind bekannte Stücke aus verschiedenen Genres, die vom Vater einer Schülerin arrangiert werden.

Frau Schubert: Das wird dann sozusagen eine Welt-Uraufführung. Mal schauen, ob wir damit später auf Tournee gehen… (lacht) Nina hatte die tolle Idee, das Stück in die Jahre nach der französischen Revolution zu verlagern. Wir haben ja auch immer den Kunst-LK dabei, der die Bühnenbilder gestaltet, und zu dieser Epoche kann man sich bestimmt auch ganz viele tolle Sachen ausdenken. Wir hoffen, dass wir mit diesem Thema die ganze Schule ansprechen und begeistern, und eben nicht nur diejenigen, die gerne Musik machen, sondern auch beispielsweise Geschichtsinteressierte.

Worum geht es denn?

Nina Arena: Es geht um die erste große Liebe von Napoleon, Desirée Clary, die spätere Königin von Schweden. Sie ist nicht sehr bekannt. Die meisten kennen nur Josephine, die spätere Kaiserin und Ehefrau von Napoleon, aber dass er vorher schonmal verlobt war, wissen die wenigsten. Ich wollte das in eine Zeit bringen, wo die alle noch sehr jung sind. Die spätere Trennung war ein großes Drama, also ein perfektes Musicalthema. Die ganze Geschichte wird aus der Sicht dieses jungen Mädchens erzählt, wie sie Napoleons Aufstieg und späteren Fall erlebt hat, das heißt die französische Revolution und die ganzen Kriege spielen mehr im Hintergrund. Uns war aber auch wichtig, dass das Ganze nicht nur Spaß und Unterhaltung ist, sondern einen geschichtlichen Hintergrund hat, so, wie es bei Titanic ja auch war. Es beginnt mit der Liebesgeschichte, geht dann über den Sturm auf die Bastille, französische Revolution und die napoleonischen Kriege, bis Napoleon sich dann selber als ehemaliger Revolutionär zum Kaiser krönt. Wenn man sich das ausdenken würde, würde jeder sagen, da wäre ein bisschen zu viel Fantasie im Spiel, aber das ist wirklich alles passiert.

Frau Schubert: Eigentlich fragt man sich, warum da nicht schon längst ein Musical draus gemacht worden ist, weil das durch seine Vielfältigkeit prädestiniert ist, diese Oberschicht mit tollen Kostümen, dann die großen Militäraufmärsche usw. und dann Desirée Clary selber, die aus eher einfachen Verhältnissen kam, also ganz verschiedene Szenerien und Milieus, die hierbei eine Rolle spielen. Eine Schlüsselszene ist, dass Desirée ihren Verlobten, nachdem sie lange nichts von ihm gehört hat, in Paris aufsuchen will. Und sie kommt dann an dem Tag, als Napoleon sich gerade mit Josephine verlobt, dort an. Sie platzt sozusagen in die Verlobungsfeier ihres Verlobten rein, der leider vergessen hatte, ihr Bescheid zu sagen, dass sie nicht mehr verlobt miteinander sind. Wenn das kein Bühnenstoff ist… Das Schöne an dieser Geschichte ist, dass Desirée auf dieser Feier den Grafen Bernadotte kennenlernt und sich dann auch in ihn verliebt, ihn heiratet und am Ende Königin von Schweden wird. Auch wenn diese Frau im Mittelpunkt steht, haben wir den Titel „Napoleon, mon Amour“ gewählt, dann wenn wir es Desirée nennen, wüsste damit keiner etwas anzufangen.

Wann finden die Castings statt, wie laufen sie ab und wie muss man sich darauf vorbereiten?

Frau Schubert: Die Castingtermine sollten direkt nach den Osterferien sein und konnten wegen der Pandemie nicht stattfinden. Jetzt müssen wir abwarten, wie die Schulöffnung weitergeht, und werden über die Homepage und die Tagespläne dann über die Castingtermine informieren. Dafür ist schon alles vorbereitet, es gibt schon Noten und Sprechszenen. Das heißt es gibt für jeden, der daran teilnehmen möchte, eine Schauspielszene, die zuvor verteilt wird und die man auswendig lernen kann, vor allem aber gut gestalten sollte, wen man sie vorträgt. Es gibt drei Musikstücke zur Auswahl, von denen man sich eins aussuchen kann und zur Klavierbegleitung vorträgt. Was wir an Musik verwenden werden, sind eingängige und, auf andere Art, bekannte Stücke. Wir haben das Glück, dass sie von Nicolas Hrudnik extra für unsere Show brandneu geschrieben und arrangiert werden. Man muss aber nicht zwingend Noten lesen können, um sich darauf vorzubereiten. Wir hoffen auf eine ganz breite Beteiligung, da es eine Menge Rollen gibt. Und auch wenn man keine Hauptrolle bekommt, kann man im Chor mitwirken. Der Chor wird bei diesem Stück eine große Rolle spielen, ganz viel auf der Bühne sein, so dass man nicht enttäuscht sein muss, wenn man vorgesungen hat und keine der großen Hauptrollen bekommt, was zwar einerseits toll, andererseits aber auch mit sehr viel Arbeit verbunden ist. Es gibt auch immer wieder Leute, die gerne dabei sein wollen, aber nicht jedes Wochenende Zeit haben zu proben. Die sind dann auch im Chor sehr gut aufgehoben.

Welche Tipps würden Sie Schülern geben, die sich bewerben wollen?

Nina Arena: Ganz natürlich sein, denn wir wollen ja die Persönlichkeiten kennenlernen und gucken, wer in welche Rolle passt. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, dass wir die Stimme und Stimmenlage hören wollen. Wir gucken bei den Castings darauf, ob man etwa die Töne treffen kann und welche Musik und welche Rolle am Besten dazu passen. Wir wollen sehen, was für Typen die Schüler sind, welche Ausstrahlung sie haben und was dazu passen würde. Wer einen Revolutionären spielen will, sollte auch die nötige Power haben, während jemand, der einen König spielt, auch etwas zurückhaltender sein kann. Es ist schließlich keine Prüfung wie sonst in der Schule, es gibt keine Noten und es geht uns nicht darum, Leute auszusortieren, sondern darum, Leute zu finden, mit denen wir zusammenarbeiten wollen.

Frau Schubert: Und als Tipp für die Vorbereitung würde ich sagen – Mut. Den Mut, sich da hinzustellen, sich in die Rolle fallen zu lassen und auch mal Emotionen zu zeigen. Und wenn wir merken, dass man sich vorbereitet hat, wäre das gut, denn am Ende ist es dann so, dass man seine Rolle wirklich auswendig lernen muss und dass man auch vorbereitet zu den Proben kommen sollte.

In welchem Umfang finden die Proben statt?

Frau Schubert: Die Proben beginnen, so unser Plan, nach den Sommerferien. Von den Sommerferien bis Februar, wo dann auch die Aufführungen sein sollen, proben wir mit Chor und Orchester am Dienstag Nachmittag, und Dienstag abends und Samstag vormittags probt die Schauspielbesetzung mit Nina. Allerdings muss man dazu sagen, dass Nina und ihre Regieassistenten immer tolle Probenpläne entworfen haben, so dass man wichtige Termine angeben kann, damit da drumherum geplant werden kann, aber wir erwarten ansonsten, dass man dann zu den Proben, bei denen man wegen seiner Rolle da sein sollte, auch wirklich vorbereitet kommt. Natürlich sind das im Moment alles nur vage Pläne; wie der tatsächliche Zeitplan aussehen wird, hängt in der jetzigen Situation ja von Entscheidungen der Behörde und der Schulleitung ab.

Wann finden die Aufführungen statt?

Frau Schubert: Wir haben bisher immer acht Aufführungen gemacht und arbeiten mit zwei Besetzungen, allein auch schon aus Sicherheitsgründen, falls jemand erkrankt. Wir hatten ins Auge gefasst, dass die Aufführungen vom 6. bis zum 14. Februar 2021 stattfinden sollen, und hoffen, dass wir daran festhalten können. Auf jeden Fall streben wir unsere Weltpremiere für das kommende Schuljahr an!

Sobald es weitere Informationen zum Musical gibt, könnt ihr diese auf unserer Schulhomepage finden. Wir sind schon sehr gespannt und freuen uns auf die Weltpremiere von ‚Napoleon, mon amour‘ im kommenden Schuljahr!

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