Interview Frau Bongartz

Frau Bongartz ist Beratungslehrerin an unserer Schule. Außerdem unterrichtet sie die Fächer Kunst, Werken, Textil und ITG.

Was ist Ihre Aufgabe als Beratungslehrerin und wie sieht Ihr Alltag aus?

Ich bin jetzt schon seit acht Jahren Beratungslehrerin. In dieser Zeit sind schon sehr viele Schüler und Schülerinnen mit Problemen und Fragestellungen aus dem privaten oder schulischen Bereich hier in diesen Raum gekommen. Die Schüler*innen kommen zur Beratung, wenn sie in persönlicher Not sind, sie Ängste haben oder Schwierigkeiten mit Eltern oder Lehrern sie belasten. Im schulischen Bereich ist es meist das Gefühl nicht ausreichend wahrgenommen zu werden, ausgegrenzt zu werden bzw. nicht in eine Gruppe integriert zu sein. Häufig sind Schüler*innen enttäuscht darüber, dass sie die (hohe) Erwartungshaltung der Eltern im Leistungsbereich nicht erfüllen können. Weitere Themen und Fragen auf Schülerseite, die häufiger auftreten, sind der Umgang mit Ängsten verschiedener Art, Essstörungen oder auch Trennung und Scheidung der Eltern.
Der Kontakt zu den Schüler*innen kommt meistens dadurch zustande, dass einzelne Schüler oder Schülergruppen in den Pausen auf mich zukommen und um einen Gesprächstermin bitten. Manche Schüler schreiben eine Mail oder Kollegen nehmen wahr, dass es einem Kind/ Jugendlichen in der Klasse nicht gut geht und bitten es, zur Beratung zu gehen.

Wie gehen Sie dann mit dem Problem um?

Das ist ganz unterschiedlich und hängt von der Problemlage ab. Ich höre in jedem Fall dem/der Hilfesuchende*n aufmerksam zu, dann sprechen wir über das Gesagte und arbeiten an einer für den Schüler passenden Lösung. Das Erzählte bleibt von meiner Seite hier im Raum und es passiert nur das, was der/ die Betroffene sich wünscht. In jedem Moment geschieht alles in Absprache mit dem/ der Schüler*in und Maßnahmen werden nur dann ergriffen, wenn der Schüler damit einverstanden ist. Wenn es erforderlich ist, werden die Eltern einbezogen, externe Organisationen eingeschaltet oder sonstige Hilfen zugezogen.

Wenn Sie die Wahl hätten, würden Sie nochmal Lehrerin werden?

Oh ja, auf jeden Fall! Ich finde das ist der Traumberuf schlechthin. Ja, ich würde mich wieder dafür entscheiden!

Wenn Sie nicht Lehrerin geworden wären, was wären Sie dann?

Ich glaube, dann würde ich gerne Ärztin sein. Ich habe einen Zweitberuf, das ist Heilpraktikerin. Den finde ich sehr spannend. Wenn ich nicht Lehrerin geworden wäre, dann hätte ich gerne Medizin studiert.

Was war das Highlight in Ihrer Zeit als Lehrerin?

Mhh, an so EINEN schönsten Moment kann ich mich nicht erinnern. Ich erinnere mich an einen Schüler, den ich in der fünften und sechsten Klasse unterrichtete, der kein Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten hatte und der immer wieder aufgeben wollte. Diesen Schüler haben meine Kollegin und ich immer wieder ermutigt weiter zu machen wenn er aufhören wollte. Als er schließlich das Abiturzeugnis in der Tasche hatte, habe mich sehr gefreut.
Und ganz wunderbar finde ich jedes Jahr das Weihnachtskonzert. Wenn ich euch Schüler*innen singen und spielen höre, finde ich es sehr anrührend.

Was stört Sie an Schule und was würden Sie ändern?

Mich stören die großen Klassen, aber das würde wahrscheinlich jeder Lehrer hier so formulieren. Ich finde es auch schwierig, dass sich vieles auf engem Raum abspielt, gerade wenn schlechtes Wetter ist und die Mensa so voll ist. Ich würde mir mehr Raum für Soziales und für Begegnungen wünschen, um die Situation der einzelnen Schüler*innen besser im Blick zu haben.

Was war als Kind Ihr Traumberuf?

Oh, da gab’s verschiede Ideen. Eine Zeit lang wollte ich unbedingt Architektin werden. Und dann gab’s eine Zeit, das war während meiner Selbstfindungsphase, da wollte ich Nonne werden. Lehrerin war aber eigentlich konstant ein Wunsch von mir, weil ich früher eine Kunstlehrerin hatte, die ich total beeindruckend fand. Und dann bin ich diesem Wunsch gefolgt.

Was war in Ihrer Schulzeit Ihr Lieblingsfach?

Mathe und Kunst. Aber was ich so gar nicht konnte, war Französisch, da sammelte ich viele schlechte Noten. Ich habe dann Französisch früh abgewählt, aber das bereue ich mittlerweile sehr!

Beenden Sie folgenden Satz: „In meiner Schulzeit war ich…“

…meistens fröhlich und interessiert aber auch ein bisschen… kess.“

Auf welche drei Dinge können Sie nicht verzichten?

Auf Dinge kann ich, denke ich, relativ gut verzichten. Worauf ich gar nicht verzichten kann sind menschliche Beziehungen, meine Familie, die Schüler,…
Bei Dingen könnte ich am wenigsten auf… Lippenstift verzichten!

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Ich mache total gerne Sport, laufen, radfahren, schwimmen. Reisen und interessante Bücher lesen machen mir auch viel Spaß.

Was ist Ihre Lieblingsfarbe?

Rot!

Ihr außergewöhnlichstes Kleid?

Hm, das ist so ein rotes Teil mit Pailletten…

Kaffee oder Tee?

In jedem Fall Kaffee!

Herzhaft oder süß?

Leider beides, erst das eine, dann das andere…

Stadt oder Land?

Geboren bin ich auf dem Land (in Bayern), aber jetzt bin ich froh, dass ich in der Stadt bin und möchte auch gerne hier bleiben!

Kulli oder Füller?

Füller gefällt mir viel besser.

Lippenstift oder Haarspray?

Da kann ich mich nicht entscheiden, beides ist lebensnotwendig!

Katzen oder Hunde?

Ich hatte als Kind immer Katzen, also eher Katze!

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