Kippenberger im Schnee unterwegs

Wie bereits in den letzten Jahren hat sich auch in diesem Jahr eine Gruppe von knapp 70 Schüler*innen und sechs Lehrkräften auf den Weg nach Fügen zum Kohleralmhof gemacht, um dort eine Woche lang die eigenen Skifahrkünste zu verbessern. Nach einer recht zügigen Nachtfahrt mit zwischenzeitlich sogar drei Fahrern waren wir vor Gondelöffnung an der Talstation.

Begeistert vom Schnee und (halb) ausgeschlafen nach der Nacht im Bus ging es dann daran, sich in der Gruppe untereinander besser kennenzulernen. Nach ein paar Spielen wie „Ich packe meinen Koffer“ mit allen Namen und einer Eigenschaft von sich, ging es aber auch schon auf die Alm, wo wir direkt vom überaus herzlichen Personal empfangen wurden, frühstückten und anschließend die Zimmer beziehen konnten. Den restlichen Tag über haben wir die Skiausrüstung ausgeliehen, dem Supermarkt im Tal einen kurzen Besuch abgestattet oder einfach nur im Schnee gespielt. Nach dem Abendessen gab es ein Paradebeispiel für eine Performance, von der wir im Verlauf der Woche noch so einige erleben durften. Kurz zur Erklärung: Eine solche Performance ist ein kleiner Auftritt, bei dem man die Gruppe unterhalten soll und sie wird dann fällig, wenn man z. B. zu spät gekommen ist oder Sachen vergessen hat. Unser Ehemaliger und alle Wiederholungstäter (Schüler, die bereits mehrfach mit auf Skifahrt sind) unterstützt von zwei „Freiwilligen“ äußerten ihr tiefstes Mitgefühl über den Verlust eines alljährlichen Begleiters – dem Bier – bei einer sehr emotional dargestellten Beerdigung…

Am Sonntag ging es das erste Mal auf die Piste! Die drei Anfängergruppen mussten sich zunächst am kleinen Hügel an das neue Gefühl von den Skischuhen gewöhnen und kurz darauf kamen dann erst ein und anschließend der zweite Ski dazu, bis das Bremsen im Schneeflug schnell erlernt war. Die Fortgeschrittenen und Profis mussten sich zunächst auch wieder erst an das Ski- und Snowboardfahren gewöhnen, bevor am kleinen, aber feinen Spieljoch die Pisten unsicher gemacht wurden. Leider ließ das Wetter am Montag etwas zu wünschen übrig: es hat den ganzen Tag geregnet, sodass es zu einer echten Aktion wurde, alle Skisachen wieder trocken zu bekommen. Über Nacht zum Dienstag verschwand der Niederschlag leider nicht, aber es wurde kälter, sodass aus dem Regen Schnee wurde. Im Zusammenspiel mit starken Böen konnten die Lifte leider nicht in den normalen Betrieb übergehen und schlussendlich wurde dieser komplett eingestellt, sodass es für uns zu einem Tag auf der Hütte wurde. Durch das Schneetreiben „eingesperrt“ gab es trotzdem schnell ein alternatives Programm, bei dem wir nicht auf die Lifte angewiesen waren: Zimmerweise entstanden bei einem Schneemann-Bauwettbewerb erst wahre Kunstwerke und im Anschluss gab es eine große Schneeballschlacht, bei der natürlich auch einige Lehrer nicht fehlen durften. Abends gab es dann ein gemeinsames Public Viewing des Pokalspiels Werder gegen Dortmund, wo sich das gemeinsame Mitfiebern eindeutig ausgezahlt hat.

Der nächste Morgen war dann gefüllt vom qualvollen Warten auf die Antwort auf die eine Frage: „Fährt die Gondel?“ Mit etwas Verspätung kam endlich das „JA!“. Aufgrund des weiterhin starken Windes an der Bergstation durften die Anfänger schlussendlich nur ins Tal fahren, um dort bei etwas gemäßigteren Windbedingungen als an der Bergstation, weiter an ihren Fähigkeiten zu arbeiten. Für die anderen drei Gruppen ging es jedoch hoch, um dort im stetigen Schneetreiben ein bisschen im Tiefschnee zu fahren. Nachdem der Wind im Laufe des Vormittags zurückging, konnten nach dem Mittagessen auch wieder alle Gruppen nach oben fahren und dort auch die mittlerweile aktiven Schlepplifte benutzen. Nach dem Abendbrot hieß es dann spielen, spielen und spielen. An verschiedenen Tischen wurden die unterschiedlichsten Gesellschaftsspiele gespielt, erlernt, geliebt und gehasst.

Für die anschließenden letzten beiden Skitage waren uns die Wettergötter wohlgesonnen: Der Donnerstag startete mit blauem Himmel und Temperaturen leicht unter 0° Celsius. Das war für alle Fortgeschrittenen und Profis die Gelegenheit mit dem Skibus nach Hochfügen zu fahren, um dort und im benachbarten Kaltenbach neue Pisten zu entdecken und zu befahren. Insbesondere am Vormittag fuhr es sich bei wahrhaftig traumhaften Bedingungen quasi von selbst. Wir übten dort den Einkehrschwung auf einer etwas versteckt gelegenen Hütte, wo einige von uns ihren ersten Almdöner aßen (zu wild!). Derweil verbesserten sich unsere Anfänger auf dem Hausberg, dem Spieljoch, stetig. Außerhalb der Skikurszeiten fuhren einige schon souverän die bereits im Kurs gefahrene blaue Piste. Die Abendgestaltung ließ es wiederholt etwas entspannter angehen – Gesellschaftsspiele sowie „Germany’s next Topmodel“ standen auf dem Programm.

Auch an unserem letzten Skitag spielte das Wetter mit! Grund genug für zwei Skigruppen den Tag wieder in Hochfügen/Kaltenbach zu verbringen. Unter Aufsicht des Skilehrers wurde der Funpark unsicher gemacht und einfach der letzte Skitag für die restliche Zeit genossen. Die Anfängergruppen (die gar nicht mehr wie Anfänger fuhren) gaben ihrer erlernten Technik vormittags den letzten Feinschliff, bevor es nachmittags auf die roten Pisten ging. Viel zu früh mussten wir das geliehene Material im Tal wieder abgeben, um mit der letzten Gondel wieder zur an der Mittelstation der Gondel gelegenen Unterkunft zu kommen.

Nach alter Kippenberger-Skifahrtradition fand an diesem letzten Abend noch die Skitaufe für alle Anfänger statt. Mit einem Schluck Schnee sowie dem ein oder anderem Schneeball wurden alle Anfänger von den Profis auf ihren eigenen Skinamen (ebenfalls von den Profis vergeben) getauft. Herzlichen Glückwunsch an alle ex-Anfänger – ihr seid jetzt keine Anfänger mehr, sondern getaufte Skifahrer!

Für den Rest des Abends hatten wir die Möglichkeit unten im Dorf einen Après-Ski-Abend (für uns alkoholfrei) mitzuerleben, der für uns aber leider schon gegen 22:00 Uhr beendet war.

Nach der letzten Nacht, die doch etwas länger als gedacht war, ging es morgens mit der ersten Gondel ins Tal um wieder in den Bus einzusteigen. Auf dem Heimweg hatten wir weniger Glück als auf der Hinfahrt… Viel Stau führte dazu, dass die Fahrt doch etwas länger als ursprünglich gedacht war. Aber es wurde trotzdem nicht langweilig, da sich alle mit den verschiedensten Sachen beschäftigen konnten und immer was zum Machen gefunden haben. Unser Highlight: Das gemeinsame Schauen des Werderspiels über mehrere Handys und Tablets im Bus!

So sind wir fast alle wohlbehalten zuhause angekommen – nur leider gab es auch ein paar „Kampfverletzungen“. Allen Verletzten geht es aber mittlerweile wieder den Umständen entsprechend gut, so ist die Skifahrt mit nur umso mehr Erinnerungen verknüpft.

Von Seiten der Schülerschaft geht dabei ein großes Dankeschön an unsere Lehrer – Herrn Barke, Herrn Herbst, Herrn Simon, Frau König, Frau Lorenz und Frau Thoben – ohne die diese Fahrt sicher nicht möglich wäre, sowie Jutta und Christian vom Kohleralmhof und alle Skilehrer! Danke! Nur durch Sie und euch ist diese Fahrt zu dem geworden, was sie nun war und wird uns sicherlich lange in Erinnerung bleiben.

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