Winterlich-weihnachtliche Kurzgeschichten

Zwei kreative Geschichten aus der 9e

Ein weiteres Weihnachten (Elly)

Draußen ist es eisig kalt. Es ist Weihnachten und die Kälte versucht sich einen Weg in die kalte Wohnung zu bahnen, in der leere Bierflaschen stehen. Auf dem Boden liegt Playmobil verteilt und ein kleines Mädchen hockt vor einem Sofa, auf dem ein Mann liegt. Seine rechte Hand hält eine halbvolle Bierflasche fest. Das Mädchen rümpft ihre Nase. Vorsichtig tippt sie ihm auf die Schulter. Keine Reaktion. Unsicher schaut sie auf ihre Knie, danach auf den dreckigen Boden. Ihr Blick schreitet weiter und bleibt beim Wohnzimmertisch stehen, auf dem ein Aschenbecher und weitere Flaschen stehen. Ihre Mundwinkel gehen nach oben, als sie aus dem Fenster schaut und bemerkt, dass es angefangen hat zu schneien. Sie läuft zu dem großen Fenster und beobachtet die zu Boden fallenden Flocken. Sie haucht gegen die Fensterscheibe und zeichnet mit ihren zarten Fingern ihre Gedanken. Das kleine Mädchen stellt sich ein Weihnachten wie früher vor. In einer Decke eingewickelt steht sie vor dem Fenster in der kalten Wohnung und verharrt in ihrer Position. Mehr und mehr versinkt sie in ihren Gedanken. Langsam kullert dem kleinen Mädchen eine Träne über die Wange. Frohe Weihnachten!                  

Frohe Weihnachten (Sophia)

Leise fiel die Tür hinter ihm ins Schloss. Seine schweren Schritte klangen laut auf den glänzenden Fliesen. Weihnachten. Etwas Schönes? Nicht für ihn. Weihnachten ohne Frau, Freunde oder Familie war nicht schön. Kinder hatte er sowieso nicht. Er sah an sich herunter: maßgeschneiderter Anzug, bunte Krawatte und eine teure Uhr am Handgelenk. Was brachte die ihm heute? Nichts.
Ohne das Licht anzuschalten ging er auf das riesige Panoramafenster zu und blickte hinaus. Überall leuchteten die Lichter, in Fenstern, an Türrahmen oder in Vorgärten. Bei ihm leuchtete nichts.
Er ging zum Regal und nahm den teuren Whiskey raus. Den für besondere Anlässe. Er trank sein erstes Glas und schaute wieder raus. Trank sein zweites Glas. Nun trank er aus der Flasche. Er fing an zu lachen, lachte bis es nichts mehr zum Lachen gab und weinte. Lag auf dem Fußboden, auf den schönen glänzenden Fliesen und weinte. Fragte sich, was er falsch gemacht hatte. Da klingelte es an der Haus. Laut drang der Schall durchs Haus. Mühsam richtete er sich auf, seine Hand klammerte sich an die kalte Steinwand und die Tränen verschwanden. Machten tiefer Trauer Platz. Er torkelte zur Haustür und öffnete sie. Eine Frau stand davor. Seine Nachbarin. Alt, hässlich aber dennoch das Schönste was passieren konnte:
„Frohe Weihnachten“

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