USA – U wie Umweltschutz

Die USA steigen aus dem Pariser Klimaabkommen aus (August 2017). Die EPA (Environmental Protection Agency, höchste Amerikanische Umweltschutzbehörde) erlaubt Ölbohrungen in der Arktis, den Bau einer umstrittenen Pipeline und unterschlägt Informationen zum Amerikanischen Klimaschutz. Alles politische Entscheidungen aus dem letztem Jahr. Alles Entscheidungen, welche kein gutes Licht auf die USA bezüglich Klimaschutz werfen. Alles Entscheidungen, für die der Amerikanische Durchschnittsbürger nichts kann. Aber was tut der Amerikanische Durchschnittsbürger eigentlich für die Umwelt, oder eben nicht?

Für mich waren die ersten Wochen in den USA im Hinblick auf Umweltschutz ungewohnt. Ich fand einen merkwürdigen Mix vor, der in sich, so scheint es mir, nicht ganz schlüssig ist. Einerseits findet man tonnenweise Plastik überall, andererseits gibt es speziell in den Schulen viele Poster die zum Umweltschutz aufrufen. Die allererste große Umstellung war die Verwendung von Plastiktellern. Meine Gastfamilie und viele andere Familien essen konsequent nur von Papp- oder Plastiktellern, weil es bei einer großen Familie viel zu aufwendig wäre, alle Teller zu spülen. Natürlich gibt es Geschirrspüler, doch meine Erfahrung ist eher die, dass man den Fähigkeiten des Geschirrspülers nicht vertraut und das gesamte Geschirr vorspült.

Ein weiterer großer Punkt sind Plastiktüten. Bei jedem Einkauf wird dir der gesamte Einkauf in hauchdünne Plastiktüten eingetütet und manchmal, wenn der Inhalt zu schwer für die Tüte ist, wird einfach eine zweite oder dritte Tüte verwendet. Merkwürdiger ist es mit Wasserflaschen. In fast jeder öffentlichen Einrichtung gibt es Wasserspender, aus denen man direkt ohne Becher trinken kann. Zudem kann man dort auch seine Flasche auffüllen. Das ist eine echt praktische Idee, die Deutschland sich ruhig mal abschauen kann.

Wenn man dann aber Getränke im Supermarkt kauft, gibt es keine Pfandflaschen oder anderweitig wiederverwendbare Flaschen. Man trinkt sie aus, kann sie dann aber meistens nicht nochmal auffüllen, da sie schon ein kleines Loch hat und kaputt gegangen ist.

Ein weiterer Punkt bezüglich Umweltschutz ist ja immer die Verwendung von Transportmitteln. Hier ist das relativ einfach. Jeder hat ein Auto und fährt mit diesem durchgängig. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es in den zumeist ländlicheren Bezirken nicht und man ist auf das Auto angewiesen. Morgens und Mittags fährt der Schulbus und setzt alle Kinder zuhause ab, doch die Älteren fahren alle selber. In Iowa ist es so, dass man ab 15 Jahren Auto fahren kann. Der Führerschein ist allerdings so beschränkt, dass man nur zwischen der Schule und dem zuhause hin-und herfahren darf. Das alles ist ziemlich praktisch, verbraucht aber auch eine menge Benzin. Gerade im Winter (aktuell um die -15 Grad Celsius) ist es üblich, morgens erst mal den Truck zu starten, sodass sich dieser aufwärmen kann. Auch wenn man mal kurz irgendwo rausspringt um kurz (meist bis zu 30 min) was einzukaufen bleibt natürlich der Motor laufen, damit es im Auto nicht zu kalt wird.

Trotz all dieser Aspekte, die sich ja sehr negativ auf das Klima auswirken, ist man gerade auf die jüngere Generation bemüht, das Klima zu schützen. In den Schulen hängen Schilder die dazu aufrufen wiederverwendbare Flaschen zu verwenden und an den Tankstellen findet man Plastik Recycling Container. Umweltschutz ist hier also definitiv ein größeres Problem als in Deutschland, an dem aber (so macht es den Eindruck) gearbeitet wird.

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